SPD setzt Landarztquote in Niedersachsen durch

Schmidt: „Gesetz soll bei Verbesserung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum helfen“

Wer im ländlichen Raum in Niedersachsen lebt – so auch im Celler Land –, hat immer häufiger einen weiteren Weg in die nächste Hausarztpraxis. Schon heute ist die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum und in städtischen Regionen ungleich verteilt. Dieses Phänomen wird sich in Zukunft aufgrund des demografischen Wandels noch verstärken: Während der Versorgungsbedarf mit einer alternden Bevölkerung steigt, werden im Jahr 2030 etwa 60 Prozent der rund 5.000 niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte in Niedersachsen im ruhestandsfähigen Alter sein. Gerade im ländlichen Raum können schon jetzt Hausarztpraxen kaum noch wiederbesetzt werden.

„Ohne klare Regeln wird sich hier nichts ändern. Wenn wir die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sichern wollen, brauchen wir eine feste Landarztquote für Niedersachsen. Das Gesetz dafür haben wir jetzt im Niedersächsischen Landtag eingebracht“, so Maximilian Schmidt, heimischer SPD-Landtagsabgeordneter für den Landkreis Celle. Gerade für den Celler Nordkreis ist die Gewinnung von Hausärzten absehbar eine wichtige Aufgabe, hierfür biete das Gesetz jetzt eine neue Perspektive von der Landesebene aus.

Der von der SPD-geführten Regierungskoalition eingebrachte Gesetzentwurf sieht vor, dass pro Jahr je 20 Medizin-Studienplätze an den drei niedersächsischen Hochschulstandorten Hannover, Göttingen und Oldenburg bevorzugt an Bewerberinnen und Bewerber vergeben werden, die sich für zehn Jahre auf eine hausärztliche Tätigkeit in mangelversorgten Regionen verpflichten. Sollte die Position vor Ablauf der Frist aufgegeben werden, muss eine Ausbildungsentschädigung von bis zu 250.000 Euro gezahlt werden.

„Das von uns eingebrachte Fraktionsgesetz über die bevorzugte Vergabe von jährlich 60 Medizinstudienplätzen an künftige Landärztinnen und Landärzte ist ein wichtiger Baustein für die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum“, so Schmidt. „Klar ist: Das Gesetz wird kein Allheilmittel sein, kann aber ein wichtiger Beitrag für eine bessere Versorgung sein. Dazu gehört auch, dass wir zukünftige Landärztinnen und -ärzte mit einem Stipendium über 400 Euro unterstützen, außerdem werden ausgebildete Medizinerinnen und Mediziner bei der Gründung einer Praxis auf dem Land unterstützt. Diese Kooperation wird mit dem vorgelegten Doppelhaushalt unserer Regierungskoalition fortgeführt.“

Die SPD wird jetzt eine zügige parlamentarische Gesetzesberatung durchführen, damit das Gesetz schnell in die Umsetzung kommen kann. „Unser Ziel bleibt: Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass auch in Zukunft Menschen im ländlichen Raum einen verlässlichen Zugang zu fähigen und hochmotivierten Medizinerinnen und Medizinern haben. Es muss aber klar sein, dass der gesetzliche Sicherstellungsauftrag für die Versorgung vor Ort nach wie vor eine Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigungen ist“, so Schmidt abschließend.