Rede anlässlich der Trauerfeier für Klaus-Jürgen Schaper

„Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient.“ – so steht es in der Bibel im ersten Brief des Paulus an die Korinther.

Liebe Angehörige, liebe Weggefährten, liebe Freunde und Bekannte,

wir trauern um Klaus-Jürgen Schaper. „Gekämpft, gehofft und doch verloren…“ – so haben Sie als Familie die Traueranzeige überschrieben. Er hat gegen seine schwere Krankheit lange gekämpft – und doch müssen wir heute Abschied von ihm nehmen.

Was dem anderen dient – darum ging es Klaus-Jürgen Schaper immer. Wir haben einen Menschen verloren, der im wahrsten Sinne des Wortes sein ganzes erwachsenes Leben in den Dienst anderer gestellt hat. Er hat zeitlebens immer gekämpft und gehofft – und dabei doch auch so viel gewonnen, für andere.

Am 01.01.1972, zur Zeit Willy Brandts, ist Klaus-Jürgen Schaper wie so viele andere in die SPD eingetreten. Schweigen war seine Sache nicht, sondern seine Meinung sagen, aktiv werden, etwas tun – das war seine Einstellung. Über vier Jahrzehnte war die Sozialdemokratie nicht nur seine politische Heimat, sondern gleichermaßen seine große Familie. Die Geschicke der SPD hier im Flotwedel hat er dabei über Jahrzehnte als Vorsitzender geprägt und im besten Sinne gelenkt. Und er war eine wichtige Stimme in der gesamten SPD im Celler Land.

Was dem anderen dient – das bedeutet auch, dass man sich auf seine Unterstützung unbedingt verlassen konnte. Dafür bin ich selbst sehr dankbar, der gelernt hat, dass man für nichts kandidieren sollte, wenn man nicht zuvor beim Neujahrsfrühstück der SPD in Eicklingen im Sportheim am Bannkamp seine Feuertaufe bestanden hat.

Klaus-Jürgen war damals 1980 einer der ersten im Landkreis Celle, der Peter Struck als jungen Bundestagskandidaten unterstützt hat. Viele Jahre später, als der wiederum Bundesverteidigungsminister wurde, hing in dessen Büro ein Foto von beiden im Wahlkampf, gleichsam ein Zeugnis dafür, dass Peter und Klaus-Jürgen, die sich lange kannten, diese praktische Solidarität ungemein wertschätzten. Dass er 2014 einstimmig zum Ehrenvorsitzenden der SPD im Flotwedel gewählt wurde, war ihm ein bisschen unangenehm, aber doch die mindeste Ehre, die er, der so viel für andere getan hat, erhalten sollte.

Und dabei war für ihn Sozialdemokratie immer mehr als nur die Partei selbst. In zahlreichen Vereinen und Verbänden hat er sich engagiert, von der Siedlergemeinschaft über viele andere mehr. Klaus-Jürgen Schaper hat immer konstant was organisiert, Leute rangeholt, Einladungen getippt für Feste, Reisen, Knobel- und Skatabende, x Veranstaltungen und vieles mehr – und vor allem über Jahre die Aktion für den Kinderferienpass. Das war ihm ein Herzensanliegen: Dass Kinder rauskommen und was erleben können, auch ohne wohlhabende Eltern.

Ohnehin war das für ihn der Inhalt von Sozialdemokratie: Nicht nur darüber reden, sondern etwas für andere zu tun. Er hat diese Idee mit jeder Faser gelebt, vielleicht musste deshalb sein ganz persönliches privates Leben auch zurückstehen.

Bis zuletzt hat er an Termine gedacht. Als wir ihn in Wienhausen besucht haben, haben wir ihm aus der Kommunalpolitik erzählt. Die hat sein Leben bestimmt: 40 Jahre im Gemeinderat in Eicklingen, 20 Jahre stellvertretender Bürgermeister, 35 Jahre im Samtgemeinderat, über 35 Jahre – mit kurzer Unterbrechung – im Kreistag. Dabei hat er sich unermüdlich um seine Themen gekümmert, praktisch und konkret. Wenn er sich beispielsweise zum Öffentlichen Personennahverkehr zu Wort gemeldet hat, dann als einer der wenigen, die diesen auch genutzt haben, weil er nämlich auch selbst mit dem Bus fuhr.

Diese beharrliche Arbeit hat ihm viel Vertrauen eingebracht. Und auch menschliche Zuneigung – viele erinnern sich an den gewitzten Moderator, den geselligen Klaus-Jürgen Schaper. Er bewegte sich gern in der Öffentlichkeit – und auch die Öffentlichkeitsarbeit macht ihm Spaß, viele Meldungen für die Zeitung hat er geschrieben und Fotos gemacht. Dabei konnte er ein Fuchs sein: Mir hat er mal erzählt, dass er bei einem Bericht über eine Versammlung im Winter ein Foto mitgeliefert hat und dann die Nachfrage aus der Redaktion kam, warum denn alle auf dem Foto kurze Hosen anhätten. Er hat dann einfach gesagt: Der Raum war eben gut geheizt!

Wir nehmen heute Abschied von Klaus-Jürgen Schaper, der uns Mitmensch im besten Sinne war. Er hat sich für seine Heimat und für seine Mitmenschen verdient gemacht. Und ich will gerade in diesen Zeiten sagen: Menschen wie er sind das Rückgrat der Demokratie, einer Demokratie, die nicht nur in der Verfassung steht, sondern die gelebt wird, bürgernah, mitmenschlich, sozial.

„Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient.“ – wie der Brief an die Korinther beginnt, so endet er auch mit einem Aufruf: „Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!“ So erinnern wir uns an Klaus-Jürgen Schaper. Lasst uns in seinem Sinne Gutes tun.

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