Die unendliche Geschichte des Baukrans im Südwinser Neubaugebiet

Schmidt hakt nach: „Zustand ist inakzeptabel – Dauerkran gibt Anlass für Baurechtsänderung“

Inmitten des Neubaugebiets in der Ortschaft Südwinsen, Gemeinde Winsen (Aller), steht seit nun über einem Jahrzehnt ein ungenutzter Baukran. Bereits Ende 2015 und Anfang 2016 wurde darüber in den regionalen und überregionalen Medien berichtet – seitdem hat sich jedoch nichts getan. Im Gegenteil: Der Kran steht und steht und dreht sich im Wind. Auf diese „unendliche Geschichte“ ist jetzt auch der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt erneut aufmerksam geworden, nachdem ihn Anwohnerinnen und Anwohner angesprochen und er das Wohngebiet besucht hatte: „Manchmal denkt man: Es gibt Sachen, die gibt’s nicht. Genau so ein Fall ist der Kran in Südwinsen – ein Zustand, der absolut inakzeptabel ist“, so Schmidt.

Bereits mehr als 12 Jahre gibt der Kran in dem Wohngebiet Anlass für Beschwerden. Seitens des Bauherrn werde dabei vorgeben, dass auf dem Grundstück weiterhin gebaut werden solle – nach Berichten von Anwohnerinnen und Anwohnern ist dies allerdings seit Jahren nicht der Fall. Auch als Schmidt jetzt vor Ort war, war von Baufortschritt oder konkreten Arbeiten nichts zu sehen. So wird das Grundstück mit dem Kran offensichtlich als Lagergrundstück und nicht als künftiges Wohngrundstück genutzt. „Dies würde dem geltenden Bebauungsplan allerdings widersprechen“, so Schmidt. Der dort stehende Kran verursacht dabei nach Berichten der Anwohnerschaft Lärmbelastung, da er sich frei gelagert im Wind dreht – zudem werden aufgrund der nun schon erheblichen Standzeit hinabfallende Teile oder gar ein Umstürzen des Krans befürchtet.

Seitens der zuständigen Gemeinde Winsen (Aller) und des Landkreises Celle wurde hierbei aufgrund der vorliegenden Rechts-, insbesondere baurechtlichen Lage darauf verwiesen, dass es gegen eine derart lange Standzeit keine behördliche Handhabe gäbe. „Das Verfahren schwebt – und das nun schon seit über einem Jahrzehnt. Für die Anwohnerschaft ist die Dauerbelastung nicht hinnehmbar – zu Recht, wie ich finde!“, so der SPD-Abgeordnete, der das Thema jetzt nach Hannover bringt: Mit einer Anfrage an die Landesregierung soll der Sachverhalt aufgeklärt werden. So will Schmidt von der Landesregierung eine konkrete Einschätzung zur Sach- und Rechtslage erhalten. Und auch nach möglichem Rechtsänderungsbedarf fragt Schmidt: „Anlagen wie der Südwinser Dauerkran geben Anlass, über eine Rechtsänderung nachzudenken – es kann nicht sein, dass es gegen so einen offensichtlichen Missbrauch einer Baugenehmigung keine behördliche Handhabe gibt. Baukräne oder vergleichbare Anlagen, die in Wohngebieten über viele Jahre nicht genutzt werden, müssen zu Lasten des Bauherrn rückgebaut werden.“ Der Abgeordnete will deshalb, dass sich auch der Landtag damit beschäftigt – dieser ist nämlich auch für das Baurecht zuständig.

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