Notizbuch zu den Anfängen der SPD in Celle nach Faschismus und Zweitem Weltkrieg

Ein 70 Jahre alter Schatz

Sitze gerade noch am Schreibtisch und lese in einem kleinen Schatz, den wir vor einiger Zeit zusammen mit vielen alten Akten erhalten haben: Ein Genosse Dörband hat in einem eng und fein säuberlich beschriebenen und mit eingeklebten Protokollen versehenen, nun 70 Jahre alten Notizbuch den Anfang der SPD Celle in der Stunde Null nach dem Ende von Faschismus und Zweitem Weltkrieg festgehalten. Die Notizen beginnen im November 1945, nachdem zuvor schon erste Wiederaufbaubemühungen stattgefunden hatten. Bei der ersten Mitgliederversammlung am 10. März 1946 waren rund 350 Genossinnen und Genossen erschienen – gemeinsam hielt man fest: „An uns liegt es, die Lage zu nützen und Vorsorge zu treffen, daß wir diesmal nicht wieder unterliegen.“ Gemeint ist die Sozialdemokratie als einzige standhafte Kraft für Demokratie und Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Ich lese solche Zeilen und fühle Demut vor unserer Geschichte – und denke zugleich daran, welche große Verantwortung wir angesichts dieser Geschichte für die Zukunft haben. Das dürfen wir nie vergessen.

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