„Starke Regionen, starkes Land!“

SPD-Fraktionschefin Johanne Modder auf Sommerreise in der Südheide

Auf Einladung des heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Maximilian Schmidt besuchte in dieser Woche die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Johanne Modder MdL, die Region in der Südheide. In rund 16 Stunden unterwegs bei rund einem Dutzend Stationen informierten sich die beiden SPD-Politiker in Einrichtungen und Unternehmen – Schwerpunkt der Tour waren alle Themen, die die Entwicklung der ländlichen Räume in Niedersachsen betreffen. Los ging’s dabei im Dorfladen in Großmoor, wo die beiden von Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube empfangen wurden, der zusammen mit Annemarie Strüber das Konzept des Dorfladentreffs vorstellte. „Der Dorfladen feiert in Kürze seinen 1. Geburtstag und dieses klasse Projekt, getragen von vielen, vielen Ehrenamtlichen ist ein super Beispiel auch für viele andere Gemeinden im ländlichen Raum“ so Modder und Schmidt begeistert. Gefördert wurde der Dorfladen aus Mitteln des niedersächsischen Dorferneuerungsprogramms. Auch künftig wird hierfür Geld bereitstehen: Erst kürzlich ist die Region Aller-Fuhse-Aue durch Entscheidung der rot-grünen Landesregierung zur neuen LEADER-Region geworden – damit stehen in den nächsten Jahren 2,4 Millionen Euro für die Weiterentwicklung bereit.

Anschließend ging es weiter zum Besuch bei der Industrie- und Handelskammer in Celle: Tobias Hannemann, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Celle, stellte die wichtigsten Wirtschaftsthemen für das Celler Land vor. Ganz oben auf der Liste stand das Thema Infrastruktur: Zum einen beim Verkehr – dringend benötigt wird der Abschluss der Ortsumgehung in Celle sowie eine gute ÖPNV-Verbindung auf Straße und Schiene, zum anderen vor allem beim schnellen Netz – Thema Nr. 1 für die Celler Wirtschaft ist der Breitbandausbau. „Wir haben im Landtag ein Breitbandausbauprogramm auf den Weg gebracht, von dem auch Celle profitieren wird. Hierfür setze ich mich im Landtag besonders ein!“, sagte Schmidt zu.

Nach einem Stadtrundgang – u.a. gemeinsam mit Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende – folgte die Weiterfahrt nach Walle bei Winsen zum landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Hemme. Auf dem Hof von Heinz-Hermann Hemme und seiner Frau, der 1808 gegründet und über Generationen immer weiter gewachsen ist, werden heute rund 500 Milchkühe gehalten, deren Futter auf rund 600 Hektaren Acker- und Grünland angebaut wird. Das höchste Ziel als Lebensmittelproduzent ist dabei die Erzeugung qualitativ hochwertiger Milch und Futtermittel. Dabei ist ein guter Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt unabdingbar. In diesem Zusammenhang wird neben Milchgewinnung und Futterbau zusätzlich die Erzeugung von Bioenergie aus Photovoltaik und Biogas als optimale Ergänzung zur Tierhaltung betrieben – außerdem werden auch zahlreiche Feriengäste und auch Schulklassen empfangen. Gemeinsam mit Familie Hemme und mit dem Geschäftsführer Martin Albers vom Landvolk Celle tauschten sie sich über aktuellen Themen in der Landwirtschaft aus. Fraktionschefin Modder sagte der Landwirtschaft weiteren Dialog zu: „Niedersachsen muss Agrarland Nr. 1 bleiben – dafür wollen wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.“

Weiter ging es zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers in Bergen-Belsen – eine der wichtigsten Einrichtungen des Landes. Bereits im April war die SPD-Fraktionsvorsitzende anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung zu Besuch – es war ihr ein persönliches Bedürfnis, noch einmal mit mehr Zeit hierher zurückzukommen. Bei einer Führung durch den wissenschaftlichen Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen, Herrn Dr. Thomas Rahe wurde das Bildungskonzept der Einrichtung vorgestellt, die von rund 250.000 Menschen pro Jahr besucht wird. „Wir stehen fest zu unserer Verantwortung – und genau deshalb setzen wir uns auch für die Wiedereinrichtung einer Landeszentrale für Politische Bildung in Niedersachsen ein. Bildung, gerade poltische Bildung, ist die Antwort auf viele Fragen unserer Gesellschaft – gerade heute, gerade in diesen Zeiten ist sie nötiger denn je!“, betonten Schmidt und Modder. Im Anschluss ging es wiederum weiter nach Winsen – hier folgte ein Gespräch mit Claudia Perchner, der Kreisgeschäftsführerin des DEHOGA, die über die aktuelle Situation des Gastgewerbes im Celler Land informierte.

Im Anschluss folgte hintereinander der Besuch von zwei Highlights im ländlichen Raum – die benachbarten Landkreise Celle und Heidekreis sind nämlich beide auch Hochschulstandorte. Im Campus der Technischen Akademie Heidekreis GmbH in Walsrode, die mit der Hochschule Weserbergland kooperiert, informierte Initiiator Olaf Kahle, über das Konzept. Die erst kürzlich eröffnete Akademie ermöglicht die Aus- und Weiterbildung sowie das Studium in technischen Berufen – laut Modder und Schmidt ein wichtiger Motor für die wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum, gerade für die Sicherung von Fachkräften für die Unternehmen in der Region. Weiter ging es dann nach Hermannsburg: Hier ist vor rund 3 Jahren die Fachhochschule für Interkulturelle Theologie an den Start gegangen – vor Ort wurden die beiden SPD-Politiker von Prof. Dr. Ludwig und seinem Team empfangen.

Im Gespräch mit Studierenden stand vor allem das Thema Flüchtlinge im Mittelpunkt: „Mitten im ländlichen Raum ist hier ein Ort entstanden, an dem Menschen aus aller Welt zusammenkommen, um gemeinsam zu lernen und sich auszutauschen. Besonders begeistert hat uns das Gespräch mit den Studierenden – junge Menschen aus vielen Ländern haben uns von ihrer Motivation berichtet. Und die ist vor allem: Mitmenschlichkeit! Gemeindearbeit ist nicht etwa nur Predigt, sondern bedeutet vor allem, in allen Lebenslagen zu helfen und die Gemeinschaft zu stärken. Und einfach für Menschen da zu sein – gerade für die, die neu zu uns kommen: Menschen, die als Flüchtlinge in unser Land kommen, finden gerade in solchen multikulturellen Gemeinden einen Bezugspunkt, der Sicherheit gibt“, zeigten sich Modder und Schmidt begeistert. Die Tour klang dann aus mit einer Abschlussveranstaltung in Bomlitz im benachbarten Heidekreis, an der auch Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt teilnahm. „Wir haben heute viel mitgenommen für unsere Arbeit in der Landespolitik. Die ländlichen Räume in Niedersachsen sind stark – wir wollen alles dafür tun, dass das so bleibt!“, so die SPD-Politiker.

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