Auf Kos

Seit anderthalb Wochen bin ich im Urlaub, erst auf Kreta, dazwischen Freunde besuchen in der Türkei. Auf dem Rückweg nach Kreta bin ich heute auf Kos angekommen – eine griechische Urlaubsinsel, wenige Kilometer vor der türkischen Küste gelegen. Hier an der Strandpromenade erwartet einen ein bedrückendes Bild: Viele hundert Flüchtlinge kampieren in brütender Hitze in den Parkanlagen der Insel – sie haben sich über die wenige Kilometer breite Meerenge hierher in die EU gerettet. Ich poste bewusst keine weiteren Bilder, aber seid gewiss: Die Versorgung ist grauenvoll, die hygienischen Zustände sind unerträglich, die Behörden vor Ort scheinbar überfordert – eine konkrete Perspektive ist kaum in Sicht. Ich sehe die Lage hier – und sehe gleichzeitig, wie wir die Situation der Flüchtlinge in Deutschland diskutieren. Wer die Zustände hier gesehen hat, kann nicht bestreiten: Die EU mit ihren Mitgliedsstaaten muss endlich eine geeinte Hilfe für die Flüchtlinge organisieren – die Lage hier ist unhaltbar. Und deshalb an alle, die sich in Deutschland für Flüchtlinge engagieren: Dies ist so unermesslich wichtig, richtig und gut. Niemand sollte sich von manchen stumpfsinnigen Kommentaren in sozialen Netzwerken ablenken lassen – stattdessen lasst uns Menschen helfen, konkret, solidarisch. Darum geht es, nicht mehr und nicht weniger.

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