Wir vergessen nicht

Auch wenn ich heute Abend nicht dabei sein kann, bin ich in Gedanken bei Euch: Die Gemeinde der Eziden erinnert mit einer Gedenkveranstaltung im Mala Êzîdîya Bergen an den grausamen Überfall der IS-Terroristen auf die ezidischen und christlichen Minderheiten rund um das Shingal-Gebirge vor genau einem Jahr. Nach wie vor ist die Lage kritisch – und abertausende Flüchtlinge brauchen Hilfe. Herzlichen Dank, dass ich mit Euch gemeinsam einen kleinen Beitrag leisten konnte! Mein Grußwort zum heutigen Tag gibt es hier:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder der Gemeinde der Eziden, Rojbaş!
Am heutigen Tag gedenken wir gemeinsam der Opfer des schrecklichen Massakers im Shingal, das vor einem Jahr von der Terrorbande des sogenannten „Islamischen Staates“ verübt wurde. Tausende Menschen wurden dabei ermordet, verschleppt und geschändet, abertausende weitere in die Flucht getrieben. Ohne Nahrung, ohne Wasser harrten viele Geflohene im Shingal-Gebirge aus, für viele kam jedwede Hilfe zu spät. Die, die weiter fliehen konnten, haben sich vor allem in die südliche Türkei gerettet. Unterschlupf gab es dort bisweilen ja, aber Sicherheit kaum: Auch hier droht durch mangelnde Versorgung eine weitere humanitäre Notlage.

Vor wenigen Monaten habe ich über Ostern mit Euch gemeinsam Euer Heimatdorf Hemduna und weitere Flüchtlingslager besucht. Ja, wir haben einen kleinen Beitrag leisten können: 9,7 Tonnen Weizenmehl, 151 Paar Schuhe, ein neuer Fußballplatz, Geldspenden, wo es möglich war. Dafür sage ich erneut: gelek sipas! Aber so viel mehr Hilfe wird gebraucht: Wir rufen gemeinsam dazu auf, dass die internationale Gemeinschaft, dass Europa und dass unsere Bundesrepublik Deutschland die Flüchtlinge nicht vergisst. Deutschland hat bisher bereits mit 465 Millionen Euro humanitäre Hilfe geleistet – diese Unterstützung darf nicht abreißen, vor allem aber muss sie überall dort ankommen, wo sie so dringend gebraucht wird. Deshalb freue ich mich sehr, dass jetzt auch die Stadt Bergen direkt die Lebensmittelversorgung der Flüchtlinge unterstützt.

Am Ende geht es aber um eines: aştî! Ein dauerhafter Friede! Und der muss auch erkämpft werden – das Terrorregime des IS muss ein Ende haben. Nur so werden künftige Generationen eine Lebensperspektive in der Region finden können. Auch daran denken wir, wenn wir uns heute an das grausame Massaker von vor einem Jahr erinnern.

Bi slavên brati!

Euer Maximilian Schmidt MdL

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