Breitbandausbau in Lachendorf: Schmidt fordert Telekom auf, die Karten auf den Tisch zu legen

„Kunden dürfen nicht länger hingehalten werden – verbindliche Aussage ist gefordert!“

Bereits seit geraumer Zeit hängt der Ausbau des schnellen Internets in der Samtgemeinde Lachendorf hinterher. „Bereits mehrfach und jetzt erneut haben mich Bürgerinnen und Bürger aus Lachendorf und Umgebung kontaktiert und auf die schlechte Netzanbindung aufmerksam gemacht. Was die Kunden hier mitmachen müssen, ist nicht mehr hinnehmbar“, erklärt der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt. Bereits im September des vergangenen Jahres hatte Schmidt sich im Rahmen eines Ortstermins in Lachendorf über die Lage informiert, im Mai diesen Jahres hat er zu einem Runden Tisch zum Thema Breitbandausbau mit Bürgerinnen und Bürgern in Lachendorf eingeladen. Dazwischen hat Schmidt immer wieder die Deutsche Telekom kontaktiert und verbindliche Aussagen zum weiteren Ausbaufortschritt eingefordert – so auch jetzt wieder: „Ich habe jetzt erneut die Geschäftsführerung der Telekom kontaktiert. Die Kunden dürfen nicht länger hingehalten werden, eine verbindliche Aussage ist nun gefordert!“

Hintergrund sind dabei die Ankündigungen der Telekom im Frühjahr diesen Jahres, den Netzausbau in Lachendorf vorantreiben zu wollen. So hat das Unternehmen Pläne veröffentlicht, zwei Drittel der sogenannten Kabelverzweiger im Ortsnetz 05145 (Lachendorf, Ahnsbeck, Beedenbostel, Gockenholz, Jarnsen, Bunkenburg, Höfer, Hohnhorst) auf V-DSL umstellen zu wollen. Damit sollen Verbindungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s erreicht werden. „Zuvor hat die Telekom lange Zeit gemauert und gesagt, in Lachendorf sei kein Ausbau darstellbar. Dann kam auf einmal die Wende – und jetzt warten alle immer noch“, so Schmidt. So ist von der Telekom mehrfach kommuniziert worden, dass die Bauarbeiten im Juni 2015 abgeschlossen seien und man umgehend mit einer Verbesserung rechnen könnte. „Jetzt haben wir Ende Juli – und noch immer ist nichts passiert. Die Kunden werden stattdessen weiter vertröstet“, kritisiert der SPD-Abgeordnete.

Was Schmidt richtig ärgert, ist die Informationspolitik des Unternehmens: „Durch Anmeldung für die sogenannte Vectoring-Liste kann die Telekom mit ihren Vorhaben alle anderen mit ihren Ausbauvorhaben blockieren – das beobachten wir in einer Reihe von Gebieten. Das Ärgerliche ist: Die Anmeldung liegt dann auf einmal vor, nur ausgebaut wird nicht oder nur enorm schleppend. Dafür hat niemand Verständnis.“ Das betrifft auch den Landkreis, der zurzeit am flächendeckenden Breitbandausbau im gesamten Kreisgebiet arbeitet: Mit seinen Plänen kann der Kreis nur dort investieren, wo die Telekom oder andere Netzanbieter nicht selbst ausbauen. Gleichzeitig investiert die Celle-Uelzen-Netz in den Glasfaser-Ausbau in Lachendorfer Neubaugebieten – ein laut Schmidt enorm zukunftsfähiges Vorhaben, dass er sehr begrüßt. „Wir brauchen endlich einen abgestimmten Netzausbau, der von allen Akteuren gemeinsam den Bürgerinnen und Bürgern transparent und ehrlich kommuniziert wird. Die Salamitaktik der Telekom geht gar nicht! Jeder weiß mittlerweile: Ein schneller Netzzugang ist gerade im ländlichen Raum unverzichtbar – wir dürfen jetzt nicht immer mehr Zeit verlieren“, so Schmidt, der nun erneut wie viele Kundinnen und Kunden auch auf eine Antwort des Unternehmens wartet.

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