SPD steht für Schulfrieden im Landkreis Celle ein

„Schulen nicht gegeneinander ausspielen, Schülerwohl und Elternwille stehen im Mittelpunkt!“

Am Freitag haben der Landtagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende Maximilian Schmidt und der Celler Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende ein Papier zur Schulpolitik vorgestellt, das vom Vorstand der SPD im Landkreis Celle beschlossen wurde. „Im Kern steht dabei eine klare Forderung: Wir wollen einen Schulfrieden im Landkreis Celle und lehnen es ab, wenn Schulen gegeneinander ausgespielt werden sollen.“, so Maximilian Schmidt. „Wir haben im Landkreis Celle starke Oberschulen, Gymnasien, Berufsschulen und eine Gesamtschule – sie sollen miteinander und nicht gegeneinander bestehen. Das Schülerwohl und der Elternwille müssen im Mittelpunkt stehen, nicht die Ideologie.“

Die neuerliche Diskussion über Schulpolitik im Landkreis Celle wurde nach Ansicht von Schmidt und Mende durch eine polemische Kampagne der CDU befeuert, deren Vertreter haben kürzlich behauptet, dass die Celler Gymnasien in Gefahr wären und bald geschlossen würden – Hintergrund sei angeblich das neue Schulgesetz. „Das ist mindestens pure Polemik – um nicht zu sagen: Eine populistische Unwahrheit! Durch das neue Schulgesetz werden alle Schulformen nur rechtlich gleichgestellt – vor Ort im Kreistag wird entschieden, welche Schulen es im Landkreis geben soll. Und hier gibt es einen großen Konsens: Wir wollen unsere Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen fördern und schützen und zugleich auch ein Gesamtschulangebot machen. Darauf haben wir uns 2011 geeinigt und dabei bleiben wir, weitere Umwälzungen soll es nicht geben“, so Schmidt. Es sei schleierhaft, was CDU mit ihrer Kampagne bezwecken wolle – so steht die Frage im Raum, ob die CDU diesen Konsens aufkündigen wolle. „Fakt ist: Das neue Schulgesetz gibt den Gymnasien eine Bestandsgarantie und stärkt sie durch die Einführung des Abiturs nach 13 Schuljahren. Das Turbo-Abi mit Schulstress für die Kinder wird abgeschafft. Damit werden die Gymnasien der Schulzeit der Gesamtschulen gleichgestellt“, so Schmidt.

Schmidt und Mende fordern stattdessen, sich mit den wirklichen Problemen im Landkreis Celle auseinanderzusetzen: „Im Landesvergleich sind im Landkreis Celle signifikant viele Jugendliche ohne Schulabschluss feststellbar, zudem liegt die Abiturquote hier deutlich niedriger als im Landesschnitt – und dies trotz eines Angebots von allein sechs allgemeinbildenden Gymnasien“, sagt Dirk-Ulrich Mende. Entscheidend sei: „Die jungen Menschen im Landkreis Celle sind nicht etwa weniger leistungsfähig – stattdessen brauchen wir aber mehr Zugang, mehr Durchlässigkeit, mehr Förderung. In der heutigen Wirtschaft mit dem absehbaren Fachkräftemangel sind höherwertige Abschlüsse unverzichtbar. Unser Ziel ist deshalb: Wir müssen deshalb an die Spitze der Bildungsabschlüsse in Niedersachsen kommen“, so der Vizechef der Landkreis-SPD.

Dafür hat die SPD nun ein Eckpunkte-Papier vorgelegt, dass neben der Forderung nach einem Schulfrieden eine Reihe von vor allem sehr konkreten Maßnahmen enthält: „Unabhängig von der Schulform stellen wir eines fest: Die Schülerinnen und Schüler kommen mit immer unterschiedlicheren Biografien in die Schule, immer mehr Sozial- und Erziehungsaufgaben verlagern sich auf den Schulalltag. Deshalb brauchen wir an allen Schulen im Landkreis Celle mindestens eine volle Stelle für Schulsozialarbeiter – das muss dem Landkreis als Schulträger auch die Finanzierung wert sein. Nach dem Auslaufen der Bundesfinanzierung sollte sich auch das Land beteiligen, vordergründig muss aber der Landkreis selbst aktiv werden“, so Mende.

Ein zweites Riesenthema ist nach Ansicht der SPD die Digitalisierung: „Egal welche Branche: Ohne digitale Medien läuft heute in der Wirtschaft nichts. Und auch im Alltagsleben ist das Internet nicht mehr wegzudenken. Genau das muss in Schule gelernt werden – das iPad-Projekt an der Gesamtschule Celle ist deshalb ein ganz hervorragendes Projekt mit großem Weitblick. Wir finden: Davon sollten alle Schulen profitieren, deshalb fordern wir die schrittweise Einführung von digitalen Unterrichtsmaterialien in allen weiterführenden Schulen“, so Maximilian Schmidt. „Mein Besuch in der Highschool in Mazkeret Batya hat mir ebenfalls vor Augen geführt, dass auch international in den Schulen das iPad Einzug hält und eine Vielzahl zusätzlicher Lernmöglichkeiten schafft. Auch das macht deutlich, wir müssen unseren Kindern die gleichen Chancen eröffnen“, ergänzte Dirk-Ulrich Mende.

Weitere Forderungen der SPD beziehen sich ebenfalls auf die Ausstattung der Schulen – so müsse der Investitionskurs fortgesetzt werden: „Schulen müssen die am besten ausgestatteten öffentlichen Einrichtungen sein. Dazu gehört die Raumplanung entlang moderner Platzanforderungen und Barrierefreiheit im Sinne der Inklusion“, meinen Schmidt und Mende. Und auch um Schulabbrecher müsse man sich stärker kümmern: So sei die Fortsetzung der Arbeit der ProAktivCenter elementar. „Wir dürfen heute keinen jungen Menschen zurücklassen, jede und jeder hat eine Chance und ein Angebot verdient. Nur so können wir dem Fachkräftemangel von morgen begegnen.“, so Schmidt und Mende. Und nicht zuletzt macht die SPD auch noch einen ganz praktischen Vorschlag, der die Identifikation mit den Schulen verbessern soll: Die freie Namenswahl. „In Celle tragen die Gymnasien ganz wunderbare Namen und stiften damit Identifikation und Haltung. Die Oberschulen tragen Nummern – ihnen sollte die Chance gegeben werden, sich auch eigene Namen in Verbindung mit deren Schulleitbildern zu geben. Der Landkreis sollte dem offen gegenüber stehen“, so der Celler Oberbürgermeister.

Hier finden Sie das Eckpunkte-Papier als Download:
„Gleiche Chancen, beste Bildung: Unsere Position zur Schulpolitik im Celler Land“

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